Marina Trost Marina Trost Marina Trost Marina Trost Marina Trost Marina Trost Marina Trost Marina Trost

Music

»The Devil called worry«

»Shamanic journey (It's the night)«

»Leaving you«

»Not like me«

Die Musik des neuen Albums.

Es ist aber auch wirklich kein Leichtes, etwas über die eigene Musik zu schreiben. Understatement ist unangebracht, Selbstbeweihräucherung komisch, aber meist erwünscht. Also – ich würde Folgendes dazu sagen:

Jazz? Selbstverständlich.
Pop, Soul, Blues, Drum’n’Bass, Country? Auch das.

Lassen wir doch die Scheuklappen für einen Moment beiseite und widmen uns der Musik, statt uns damit aufzuhalten, sie zu benennen.

Wie heißt es so schön: „Der Jazz wird in unterschiedlichste Kleider gesteckt.“ Ja, das wird er.
Und immer gepaart mit Texten, die – so wurde mir von einem Fan berichtet – „in ihrer poetischen Kraft im Genre ihres Gleichen suchen“. Das klingt schön.

Irgendwie ein ständiger Grenzgang innerhalb musikalischer und emotionaler Welten. Trotzdem immer auch mit Struktur und Form. Wahrheit – Phantasie? Die Realität findet dazwischen statt. Und ebenso die Musik.

Die Komposition sagt, was sie will, und man versucht, es umzusetzten. Sei es eher im schlichten Singer-Songwriter-Stil wie bei »Leaving you« oder im Drum’n’Bass-Groove, der beinahe in Punk übergeht (»Shamanic Journey«).

Die Bluesrock-Gitarre mit dem Hiphop-Element (»The devil called worry«) – klar passt das zusammen. Banjo und Countrychöre, die man zu Beginn des Songs »Not like me« wirklich nicht erwarten würde? Wundervoll.

Tiefgründig oder leicht, expressiv oder ruhig, schräg oder sensibel – der Inhalt sucht sich seine Ausdrucksweise und nicht umgekehrt. Das Etikett „Jazz“ gewährleistet – thank goodness – viele Freiheiten.

Die fantastische Flexibilität und Kreativität der Rhythmusgruppe erschafft ein herausforderndes musikalisches Spiel, das sowohl strukturgebend als auch vielschichtig ist. Die instrumentale Besetzung mit Drums, Bass und Gitarre anstatt des sonst eher üblichen Klaviers gibt der Stimme viele Freiheiten in Klang und Ausdrucksweise. Dort, wo die wohltemperierte Stimmung des Klaviers oft einschränkend ist, schafft die Gitarre einen differenzierteren Raum. Sie schmiegt sich in die jeweilige Tonart, den Stil oder die Stimmung ein und bildet einen freieren Teppich für die Klänge der Stimme.

Das neue Album. Einfach reinhören.

P.S.: Ein Großteil der Stücke ist auf Sardinien entstanden. Da mussten natürlich zumindest ein Mal original sardisches Meeresrauschen und die unfassbar inbrünstig und exzessiv pfeifenden Vögelchen des Ferienhauses mit auf die Aufnahmen (»Not like me«).

Grazie Sardegna!